Deep Link

Allgemein

Als Deep Link werden Hyperlinks bezeichnet, die nicht direkt auf die Startseite einer anderen Webseite, sondern auf eine einzelne Unterseite verlinken. Meist werden solche „Tiefenlinks“ verwendet um auf ein spezielles Produkt oder besonders passenden Content zu verweisen. Im Bereich Linkbuilding sind Deep Links von besonderer Bedeutung: Durch sie kann wichtiger und wertvoller Link Juice weitergegeben werden und gleichzeitig helfen sie bei der Longtail-Optimierung.

Das Wort „Deep“ bezieht sich bei einem solchen Hyperlink auf die Ebene einer Webseite. Je mehr Seiten besucht werden müssen, um eine bestimmte Seite aufrufen zu können, desto tiefer liegt diese Seite. „Surface Links“ sind oberflächliche Links, die auf die Startseite einer Webseite leiten.

Beispiel:

Warum wird zwischen Linkarten unterschieden?

Der Grund für eine Unterscheidung zwischen Deep und Surface Links ist in erster Linie rechtlicher Natur. Besonders kommerzielle Content Anbieter bemängeln, dass Deep Links einzelne Inhalte aus dem Gesamtkontext herauslösen. So sei es nicht mehr eindeutig, welchem Anbieter diese Inhalte zuzuordnen seien. Mit der „Paperboy Entscheidung“ stellte der BGH jedoch fest, dass ein Deep Link, der direkt eine fremde urheberrechtlich geschützte Datei oder Inhalt verlinkt, nicht als Eingriff in das Vervielfältigungsrecht berühre. Grundlage des Urteils ist die Tatsache, dass die meisten kommerzeillen Anbieter von Content ihre Inhalte ohne technische Zugangsbeschränkungen veröffentlichen.

Dieses Urteil lässt sich auch auf Suchmaschinen übertragen. Denn auch diese erfassen durch ihre Crawler öffentlich zugängliche Inhalte. Deep Links zu solchen Inhalten und Medien sind nach Ansicht des BGH nicht rechtswidrig. Jede Agentur und jeder Publisher sei selbst für technische Beschränkungen der eigenen Inhalte verantwortlich.

Vorteile eines Deep Link

Für den einzelnen User haben Deep Links zahlreiche Vorteile, die vor allem in der User Experience liegen. Ein User, der bspw. über eine Suchmaschine eine bestimmte Information sucht, wird durch einen direkten Link zu den entsprechenden Seiten zielgerichtet und schnell zu einer passenden Antwort geführt. Dadurch muss er sich nicht über die Startseite zu seiner gewünschten Information durchklicken und spart so Zeit. Zudem sind die Suchmaschinen gerade auf dieser Art der Weiterleitung ausgelegt. Ein Verbot von Deep Links würde die gesamte Struktur der Suchmaschinen in Frage stellen.

Ausschluss von Deeplinks

Für Publischer und Agenturen ist es hingegen häufig ratsam Deeplinks zu blockieren. Für sie ist es nämlich durchaus sinnvoll, wenn ein User erst mehrere Seiten aufrufen muss, bevor er zu seiner Information gelangt. So erhöht sich zwangsläufig die Wahrscheinlichkeit, dass der User auf Werbeanzeigen oder andere Inhalte klickt. Kommerzielle Anbieter könnten in diesem Fall ein breites Sprektrum an eigenen Angeboten präsentieren.

Ein Ausschluss für die Deep Link Verlinkung ist technisch jedoch durchaus möglich. So können Online Shops Deep Links zum Beispiel über die vergabe einer Session ID unterbinden. Auch der Ausschluss über den Meta Tag ist grundsätzlich denkbar.

Deeplinking und SEO

Im Bereich der Suchmaschinenoptimierung sind Deep Links ein wichtiges Mittel um Unterseiten zu stärken. Der Grund dafür: Deeplinks können Linkjuice weitergeben. Allerdings sollte für ein natürliches Backlinkprofil das Verhältnis von eingehenden Links auf die Startseite und den eingehenden Links auf einzelne Unterseiten ausgeglichen sein. Crawler können meist sehr genau erkennen, ob der Linkaufbau gezielt für Unterseiten betrieben wurde. Genau so gut können sie aber Ausnahmen erkennen. So ist es nicht schädlich für das eigene Linkprofil, wenn eine Verlosung oder ein besoners guter Artikel häufig direkt – also durch einen Deep Link – verlinkt wird.