In den USA gingen sie bereits 2015 an den Start, nun werden die „Local Services Ads“ (LSAs) auch in Deutschland und neun weiteren europäischen Ländern ausgerollt. Unter dem etwas sperrigen Namen „Anzeigen für Google Lokale Dienstleistungen“ werden die LSAs also auch bald in Deutschland einigen ausgewählten Dienstleistungs-Branchen als weitere Vertriebsmöglichkeit im lokalen Umfeld zur Verfügung stehen. Ein wichtiger Grund dafür dürfte sein, dass laut Google im ersten Halbjahr 2020 in Europa etwa 25 Prozent häufiger nach entsprechenden lokalen Dienstleistungen gesucht wurde, was zu einem großen Teil an der Coronapandemie und dem damit einhergehenden erhöhten Bedarf nach lokalen Dienstleistungen liegen dürfte.

Was sind Local Services Ads?

Über die Jahre gab es in den USA mehrere Bezeichnungen für diese spezielle Art der lokalen Anzeigen – von „Home Service Ads“ über „Google Guarantee Ads“ und „Google Local Services“ bis hin zur aktuellen Bezeichnung „Local Services Ads“. Der große Vorteil dieser Anzeigenart: Die LSAs erscheinen ganz oben in der Suche, noch oberhalb der „normalen“ Textanzeigen und der Google Maps-Box. In der Praxis sieht das dann beispielsweise so aus:

Local Services Ads
Quelle (4): Google
Verfügbar werden die LSAs in Deutschland zum Launch vorerst für folgende 16 Dienstleistungsbranchen sein:
  • Baumpflege
  • Dachdecken
  • Dienstleistungen bei Wasserschäden
  • Elektrofachbetrieb
  • Fensterarbeiten
  • Fensterreinigung
  • Garagentorinstallation und -reparatur
  • Gebäudereinigung
  • Gerätereparatur
  • Heizung, Lüftung, Klimatechnik (HLK)
  • Klempnerarbeiten
  • Rasenpflege
  • Schädlingsbekämpfung
  • Sperrmüllentsorgung
  • Teppichreinigung
  • Umzug
In den USA sind die LSAs mittlerweile für knapp 50 Branchen verfügbar. Es ist also gut möglich, dass die Anzahl der Branchen auch hierzulande noch deutlich anwächst. Bei den verfügbaren Branchen entfielen 2018 laut einer Studie fast 14 Prozent aller Klicks bei entsprechenden Suchanfragen auf die LSAs – durchaus ein hoher Anteil, der das Potenzial der Local Services Ads deutlich macht.
Quelle: https://www.brightlocal.com/research/local-services-ads-click-study/

Der große Unterschied im Vergleich zu „normalen“ Textanzeigen ist dabei, dass sie nicht pro Klick (Pay-per-Click / PPC) bezahlt werden – und schon gar nicht pro Impression –, sondern pro Lead (Pay-per-Lead / PPL). Es werden also nur dann Kosten fällig, wenn der Nutzer den Dienstleister anruft oder ihm eine Nachricht schickt. In den USA können über die LSAs auch direkt Buchungen getätigt werden. In Deutschland steht dieses Feature jedoch zunächst noch nicht zur Verfügung.

Local Services Ads als besonders vertrauensvolle Anzeigen

Ihnen ist vermutlich aufgefallen, dass die LSAs mit einem kleinen grünen Haken einhergehen sowie dem Schriftzug „Google Guaranteed“ bzw. „Käuferschutz“. In Kombination mit den Sternebewertungen aus der lokalen Suche soll so Vertrauen geschafft werden. Der Gedanke dahinter: Wer dringend einen Schlüsseldienst oder eine ähnlich wichtige Dienstleistung in Anspruch nehmen möchte, dem sollte ein möglichst vertrauensvoller Service geboten werden.

Das „Käuferschutz“-Siegel garantiert darüber hinaus, dass die angebotene Leistung auch wirklich vertrauenswürdig ist. Sollte der Nutzer nämlich nicht zufrieden sein, dann kann er sein Geld zurückverlangen – und zwar von Google selbst. Dieser Erstattungsbetrag ist in Deutschland zwar auf 1.500 Euro gedeckelt, aber für Dienstleister und Kunden gleichermaßen attraktiv.

Das Vertrauen, das Google in die Unternehmen steckt, die die Anzeigen für lokale Dienstleistungen schalten, bekommen diese Unternehmen aber nicht einfach so. Das „Käuferschutz“-Siegel müssen sich die Unternehmen erst einmal verdienen.

Unternehmen bestätigen und Käuferschutz-Siegel erhalten

Grundsätzlich werden die LSAs in Deutschland nur in bestimmten Städten und Regionen zur Verfügung stehen. Damit Sie als Dienstleister mit den Local Services Ads und dem „Vertrauenslogo“, wie es Google auch nennt, werben können, müssen Sie sich außerdem zunächst einmal für das Programm bewerben.

Vertrauenslogo LSAs

Zuerst müssen Sie Ihr Unternehmen mithilfe entsprechender Dokumente bestätigen. Um das Vertrauenslogo von Google zu erhalten, müssen Sie außerdem noch einen Background Check – zu Deutsch Zuverlässigkeitsüberprüfung – auf Basis der „Richtlinien für Google Lokale Dienstleistungen“ bestehen. Während diese Checks in den USA von Drittunternehmen durchgeführt werden, werden sie in Deutschland von Google selbst gemacht.

Käuferschutz bei Google

Dieser Prozess kann einige Wochen dauern, ist für Sie aber kostenfrei.

Konto und LSA-Kampagnen einrichten und managen

Wenn Sie die notwendige Berechtigung von Google erhalten haben, können Sie Ihr LSA-Konto einrichten und darüber LSA-Kampagnen starten. Sollten Sie mehrere Standorte verwalten, können Sie auch mehrere Konten erstellen und verwalten. Es besteht auch die Möglichkeit, den Dienst mit einem bestehenden Google Ads-Konto zu verknüpfen.

Nun können Sie in aller Ruhe ein Unternehmensprofil mit Öffnungszeiten, von Ihnen angebotenen Services und allem Drumherum einrichten. Auch Fotos können Sie hier hinterlegen. Anschließend legen Sie fest, wie hoch Ihr wöchentliches Budget für die Local Services Ads sein soll und – ganz wichtig – in welcher Region Ihre Anzeigen geschaltet werden sollen.

Sobald Ihre Anzeigen online sind, können Sie diese auf der Weboberfläche oder mithilfe der LSA-App von Google monitoren und managen. So behalten Sie einen Überblick über alle Leads – also die über die LSAs generierten Anrufe und Nachrichten – und können Nachrichten direkt beantworten. Außerdem finden Sie hier Reports und können Anzeigen pausieren sowie das wöchentliche Ads-Budget anpassen.

Was kosten mich die LSAs?

Wie bereits beschrieben, basieren die Local Services Ads auf einem Lead-basierten Bezahlmodell. Es fallen also keine monatlichen Kosten oder Ähnliches an, sondern Sie bezahlen wirklich nur pro Anruf oder geschriebener Nachricht. Je nach Branche kostet so ein Lead erfahrungsgemäß zwischen 12 und 30 Euro, wobei es hierbei auf viele Faktoren ankommt, was eine allgemeingültige Aussage schwierig macht. Während diese Preise bis vor Kurzem aber grundsätzlich fix waren, führt Google aktuell auch für die LSAs Auktionen wie bei Textanzeigen ein. Dadurch können Sie künftig anhand Ihres Budgets, das Sie jeweils auf Wochenbasis festlegen, nicht mehr unmittelbar die daraus zu erwartenden resultierenden Leads berechnen.

Der Schritt hin zu den Auktionen kommt offenkundig daher, dass die LSAs in den USA immer beliebter werden und ein Konkurrenzkampf um die vordersten Plätze noch ein bisschen mehr Umsatz in Googles Kassen spülen soll. Wie umkämpft die LSAs in Deutschland gerade zu Beginn sein werden, kann indes noch nicht gesagt werden.

Local Services Ads in Deutschland – Fazit

Die Ausweitung der Local Services Ads – oder „Anzeigen für Google Lokale Dienstleistungen“ – nach Europa ist ein weiterer Schritt von Google auf dem Weg dorthin, so ziemlich alle Bereiche der Google-Suche nach Möglichkeit zu monetarisieren. Das kann und sollte durchaus kritisch betrachtet werden.

Nichtsdestotrotz stellen die LSAs für Dienstleistungsunternehmen in den bis dato 16 betroffenen Branchen eine reizvolle Möglichkeit dar, um sehr präsent in der Google-Suche zu werden und dabei äußerst vertrauensvoll auf den Nutzer zu wirken. Sollten Anrufe oder Nachrichten bei Ihnen häufig zu Aufträgen führen, dann sind die Local Services Ads mit ihrem Pay-per-Lead-System für Sie perfekt geeignet, bedeuten kein großes Risiko und könnten neue Kundengruppen erschließen.

Wobei können wir Ihnen helfen?

Fordern Sie jetzt Ihre kostenlose und unverbindliche Ersteinschätzung an

Jetzt Kontakt aufnehmen