„Wonach suchen Kunden im Onlineshop?“
Wer diese Frage beantworten kann, optimiert nicht nur seine Website, sondern auch die gesamte Customer Journey.
Während SEO-Maßnahmen häufig auf Google & Co. oder neuerdings AI-Plattformen abzielen, wird die OnPage-Suche oft unterschätzt. Völlig zu Unrecht! Denn das Suchverhalten auf der Seite liefert wertvolle Einblicke in die Bedürfnisse deiner Kunden. Nicht zuletzt trägt die Suchfunktion bei vielen Onlineshops ganz entscheidend zum Umsatz bei.
Dieser Artikel erklärt dir:
Wie du die interne Suche (Site Search) in Google Analytics tracken kannst
Dabei erfährst du, wie du in Google Analytics ganz einfach erkennst:
- Wie oft deine Suche überhaupt verwendet wird 📊
- Ob und wie stark sie tatsächlich zum Umsatz beisteuert 💸
Warum die Suchfunktion im Onlineshop so wichtig ist
🎯 Kunden, die die Suchfunktion nutzen, haben eine klare Absicht – sie sind weiter hinten im Funnel , wissen was sie wollen und bringen oft eine hohe Kaufbereitschaft mit.
❌ Eine schlechte Suche führt zu Frustration und Abbrüchen, noch bevor deine Produkte überzeugen konnten.
🔎 Suchbegriffe verraten viel über deine Kunden und ihre Vorlieben. Sie helfen dir bei der Optimierung deines Shops und geben Hinweise für die Produktentwicklung.
🌟 Was gesucht wird, ist gefragt: Neue Keywords aus der internen Suche bringen frische Ideen für SEO und Search Ads.
Gesucht und nicht gefunden: Die häufigsten Probleme der internen Suche im Onlineshop
⚠️Unpassende Ergebnisse sind ein klares No-Go. Wer in den Vorschlägen nicht das findet, wonach er gesucht hat, der schaut sich eben woanders um – und kommt meistens nicht so schnell wieder.
⚠️Keine Vorschläge oder Korrekturen bei Tippfehlern: Menschen machen Fehler – besonders dann, wenn sie unterwegs am Handy tippen. Eine gute Shop-Suche sollte 2025 damit umgehen können, um deine Kundschaft nicht zu frustrieren.
⚠️Keine intelligente Sortierung: Die beste User Experience bringt wenig, wenn ein Flop-Produkt ganz oben steht. Am Ende sollen schließlich beide profitieren – dein Kunde und du. Idealerweise präsentierst du ihm seine Best Matches in einer Reihenfolge, die auch für dich wirtschaftlich sinnvoll ist.
⚠️Suchergebnisseiten ohne Anreize: Suchen ist auch ein emotionaler Prozess, bei dem Gefühle wie Neugier und Vorfreude im Spiel sind. Eine lieblos gestaltete Sucherergebnisseite enttäuscht auf dieser Ebene schnell und führt eher zu Absprüngen.
Nicht ohne Grund bieten Tools wie Doofinder inzwischen KI-basierte Ladenassistenten an, die das Shopping-Erlebnis deiner Kunden verbessern sollen. Bevor du in solche Suchtechnologien investierst, lohnt es sich also, zu verstehen, wie die bisherige Suche von deinen Kunden genutzt wird.
Interne Suche (Site Search) in Google Analytics 4 tracken – Schritt für Schritt
Für alle, die ihre interne Suche mit minimalem Aufwand tracken wollen, hat Google Analytics 4 eine 1-Klick-Lösung parat.
Search Tracking für Eilige: Optimierte Analysen und Website-Suche
Die „Optimierten Analysen“ (engl. Enhanced Measurement) sind eine Sammlung typischer Ereignisse, die Google Analytics 4 automatisch erfasst – sofern die Funktion aktiviert ist. Unter anderem wird das Ereignis view_search_results – der Aufruf einer Suchergebnisliste – automatisch getrackt. Alles, was Google dafür kennen muss, ist der Suchparameter.

Du findest den Suchparameter in der URL deiner Suchergebnisseite nach dem ?.
So geht’s:
👉 Führe eine Suche im Shop durch und prüfe deine URL: Sie enthält oft einen Abschnitt wie ?s=, ?q=, oder ?search=. Zwischen ? und = steht der Suchparameter (s, q, search o.ä.).
👉 Klicke in Google Analytics auf den Datenstream. Du findest ihn unter Einstellungen > Datenerhebung und -änderung > Datenstreams. Dort gibt es den Abschnitt Optimierte Analysen. Aktiviere ihn und klicke auf das Zahnrad. Im Anschluss navigierst du zum Abschnitt Website-Suche.

Einstellungen > Datenerhebung und -änderung > Datenstreams

Im Abschnitt „Optimierte Analysen“ das Zahnrad auswählen
👉 Klicke auf Erweiterte Einstellungen einblenden und füge den Suchparameter in das obere Feld ein.

Das Feld „Suchparameter für Suchbegriffe“ im Abschnitt „Website-Suche“
Done. ✅
Website-Suche mit Google Tag Manager tracken
Mit view_search_results erfährst du, dass eine Suchergebnisseite zu einem bestimmten Begriff aufgerufen wurde.
Aber welche Artikel wurden deinem Kunden dabei ausgespielt? Das findest du mit ein, zwei weiteren Schritten heraus – einfach weiterlesen!
Artikel auf der Suchergebnisseite tracken
Google Analytics zeichnet den Suchbegriff standardmäßig nicht mit auf – die einzige Ausnahme ist das besagte Event view_search_results. Um gezielt analysieren zu können, welche Produkte zu welchem Suchbegriff angezeigt wurden, musst du den Parameter search_term manuell übergeben. Am besten funktioniert das über das Event view_item_list auf der Suchergebnisseite. Falls dieses Event bereits ausgelöst wird, kannst du es einfach um den Suchbegriff erweitern.
Ansonsten solltest du das view_item_list Event unbedingt auch für die Suchergebnisseite einrichten. So kannst du genau erfassen, welche Artikel bei der Suche ausgespielt wurden.
Mit diesem kleinen Schritt trackst du schon viele spannende Informationen wie die angezeigten Artikel und ihre Position auf der Suchergebnisseite.
Wenn du das gleiche für das select_item Event durchführst, erfährst du auch, welches Ergebnis zu einem Suchbegriff angeklickt wurde.

Tag Konfiguration für view_item_list auf der Suchergebnisseite: Suchbegriff, Anzahl der Suchergebnisse, List Name und Items Array
Intelligente Suchvorschläge erfassen
Wenn du eine intelligente Shop-Suche wie Doofinder oder FactFinder nutzt, kann es mit dem Tracking der Suchvorschläge schwieriger werden. Denn hier klicken User manchmal direkt auf einen Vorschlag und überspringen die Suchergebnisseite. Außerdem ist der automatisch vervollständigte Suchbegriff nicht immer in der URL zu finden.
Um Autosuggest-Suchbegriffe zu tracken, müssen Suchbegriff und -vorschlag also oft bereits beim Klick auf den Suchvorschlag abgespeichert werden. Hierfür legst du ein Helper Tag vom Typ Benutzerdefiniertes HTML an, das auf den entsprechenden Link Click lauscht. Der Suchbegriff liest du mit Java Script aus dem Eingabefeld aus und speicherst ihn – bei Einwilligung des Nutzers – im Session Storage.
Von dort kannst du den Suchbegriff mit einer Variable vom Typ Benutzerdefiniertes Java Script auslesen und weiteren Events wie select_item, view_item_list oder sogar view_item hinzufügen.
Die genauen Schritte hängen stark davon ab, wie deine Shop-Suche implementiert ist. Schreib uns in dem Fall einfach eine Nachricht – wir helfen dir gerne bei der Einrichtung.

Helper Tag zum Zwischenspeichern des Suchbegriffs im Session Storage
Lohnt sich der Doofinder? So findest du es heraus!
Du fragst dich, ob sich Tools wie Doofinder oder FactFinder wirklich lohnen? Dann solltest du zuerst wissen, wie oft deine Shop-Suche überhaupt verwendet wird.
Das – und ihren Beitrag zum Umsatz – findest du ganz einfach in Google Analytics 4 heraus.
Im Google Analytics Interface klickst du dafür links auf das Icon zur explorativen Datenanalyse.

Zur explorativen Datenanalyse in Google Analytics 4

Neue explorative Datenanalyse erstellen
Jetzt fügst du als Erstes den Suchbegriff als Dimension hinzu. Als Metriken bieten sich die Sitzungen, die Sitzungs-Conversion-Rate, die Käufe und der Umsatz an.
Für den Vergleich zwischen Sitzungen mit oder ohne Suche erstellst du zwei Segmente:
1. Sitzungen, in denen die Suchfunktion genutzt wurde 🔎
2. Sitzungen, in denen keine Suche stattfand. ❌
Das kannst du ganz einfach über den Suchbegriff erkennen – ist dieser im Laufe der Sitzung durchgehend leer, wurde die Suchfunktion nicht (oder nicht erfolgreich) genutzt.

Sitzungen mit Suchnutzung: Der Suchbegriff enthält im Zuge der Sitzung mindestens ein Zeichen

Sitzungen ohne Suchnutzung: Die Sitzungen, in denen der Suchbegriff mindestens ein Zeichen enthält, werden ausgeschlossen.
Done. ✅
Nun kannst du dir im freien Format die Sitzungen, Käufe und Umsätze im Segmentvergleich anzeigen lassen.

Vergleich der Sitzungen mit und ohne Suchaktivität (Käufe, Umsatz und Conversion Rate)
Finden, was gesucht wird: Der Shop Search Report in Looker Studio
Wenn das Tracking eingerichtet ist, kommt der knifflige Teil: Die Auswertung.
Um dir diesen Arbeitsschritt etwas zu erleichtern, bekommst du von uns einen arbeitsfertigen Looker Studio Site Search Report an die Hand, mit dem du sofort loslegen kannst.
Der Report fokussiert sich auf die wichtigsten Kernfragen zum Thema Suche, ohne zu verwirren:
🚀 Was wird worüber gesucht? (Keyword-Performance und Suchaktivität nach Gerät)
🚀 Was wird gefunden? (Angezeigte Artikel nach Suchbegriff)
🚀 Was wird angeklickt? (Angeklickte Artikel nach Suchbegriff)
Du brauchst Hilfe beim Einrichten des Such-Trackings? Schreib uns gerne – wir unterstützen dich!
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